„Was haben wir?“, fragte Ben und merkte selbst, dass er sich anhörte wie ein Tatort-Kommissar.
„Vier Finger. Sie sind vom Wasser angespült worden.“
Ben stoppte und schob die Sonnenbrille nach oben. Wenige Meter vor ihm floss der Rhein, ruhig und sanft, wie immer. Er trug wenig Wasser und so wirkte er bei weitem nicht so mächtig wie sonst, vor allem im Winter. Der Polizist zeigte auf vier Stellen entlang des Flussufers.
„Dort, dort, da hinten und hier.“
„Und der Rest?“, fragte Ben irritiert.
„Welcher Rest?“, entgegnete der Mann.
Ben verdrehte die Augen.
„Zu so Fingern gehört doch meistens noch mehr, oder?“, rief Klein genervt, während er die Lücke zwischen sich und den Männern zu schließen begann.
„Haben wir nicht gefunden“, antwortete der Polizist gleichgültig.
Auf dem Asphalt hatten die Kollegen der Spurensicherung bereits Beweismittel zusammengetragen. Ben konnte entlang des Ufers vier rote Markierungen erkennen, die auf den Fundort der Finger hindeuteten. Er legte die Beutel, einen nach dem anderen, auf den Asphalt, drehte sie und betrachtete die Finger von allen Seiten.
„Sauberer Schnitt“, stellte er fest.
„Scharfe Klinge“, ergänzte Neumann.
„Was ist das da?“ Klein deutete auf eine Stelle knapp unterhalb des Fingernagels.
„Eine Tätowierung“, erklärte Neumann. „Ein Knast-Tattoo wahrscheinlich. Auf jeden Fall nichts Professionelles.“
„Hast du die Fingerabdrücke gecheckt? Wenn der Kerl im Knast war, müssten wir sie doch haben, oder?“, fragte Ben.
„Gecheckt ja. Aber leider Fehlanzeige … verrückt.“
Ben runzelte die Stirn. „Sind wir denn überhaupt sicher, dass der Kerl tot ist?“
„Woher wissen Sie denn, dass es ein Mann ist, Bischoff?“, fragte eine Frauenstimme hinter ihnen.